Kapitel 7: Arbeit, Unterbrechung, Erfolg

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Als wir das Büro durch das Vorzimmer verlassen, entschuldige ich mich kurz und werfe einen Blick auf die verschiedenen Modelle, die dort ausgestellt sind.
Keines der dort ausgestellten Dinge kommt mir bekannt vor, besonders nicht das große Modell in der großen Vitrine in der Mitte.
Dort ist etwas ausgestellt, das nach einer auf dem Wasser schwimmenden Stadt aussieht, sowie daneben eine sich unter Wasser befindende Stadt.
Aber nach meinem Wissen existieren solche Städte nicht.
Aber weil die anderen schon warten, schließe ich mich ihnen wieder an und wir fahren mit dem Aufzug nach unten, wo wir uns einen Raum suchen, in dem wir alles besprechen können.
Dort versucht Jakob als Erstes herauszufinden, was die “großen Väter“ sein sollen und er findet heraus, dass es Charaktere aus einer Videospielreihe der frühen 2000er sind und er zeigt uns ein Bild von ihnen, auf dem sie aussehen wie altertümliche Taucher und sagt: “Der Beschreibung ihrer Geschichte nach waren sie am Anfang ähnlich zu dem, was wir entwickeln sollen.”
Danach fangen wir an zu besprechen, wie wir das Projekt angehen.
Dabei erwähnt Ben, dass sie vom Ausrüstungsteam Angaben zu Durchschnittsgrößen für die verschiedenen Maße des menschlichen Körpers haben.
Diese ruft er auch sofort auf seinem PDA auf und teilt sie mit uns.
Basierend auf diesen Maßen fangen Jakob und ich an, in seinem Büro das motorisierte Außenskelett zu entwickeln, während Verena und Ben anfangen, die Beatmungstechnik und die Außenhülle soweit sie können zu entwickeln.
Daran arbeiten wir für die nächsten zwei Wochen und tauschen uns immer wieder aus, um zu verhindern, dass Konflikte zwischen den Komponenten entstehen, bis es Zeit ist, die ersten Versionen der Komponenten zu verbinden und zu testen. 

Hierfür kommt sogar Herr Blanché in die Werkhalle, um es sich anzusehen.
Wir setzten die Komponenten zusammen und wollten den Anzug testen, als auf einmal aus den Lautsprechern, die in allen größeren Räumen und Fluren verteilt sind, eine Sirene dreimal aufheult, kurz verstummt und dann wieder dreimal aufheult.
Fast zeitgleich sagen Jakob, Herr Blanché und ich “Nuklearalarm”, wobei Herr Blanché im Vergleich zu Jakob und mir wenig erschrocken und mehr enttäuscht und ermattet klingt.
Kurz darauf gibt eine eindeutig computergenerierte Stimme über die Lautsprecher bekannt, dass sich jeder ins Atrium des Kaninchenbaus begeben und sich dort in den Abteilungen mit den anderen versammeln soll.
Zusammen gehen Herr Blanché, Ben, Verena, Jakob und ich zum Kaninchenbau und begeben uns ins Atrium, wo Herr Blanché uns anweist, in einer Ecke zuerst auf die Entwicklungsabteilung und später auf ihn zu warten, während er irgendwo anders hingeht.
Kurze Zeit später füllt sich das Atrium mit Personen und an verschiedenen Positionen sammeln sich die verschiedenen Abteilungen.
Auch die Entwicklungsabteilung trifft ein und Herr Hofmann kontrolliert die Anwesenheit von jedem und als alle da sind, erklärt er, dass er das berichten muss und geht in die gleiche Richtung, in die Herr Blanché verschwunden ist.
Nach einer Weile wird über die Lautsprecher verkündet, dass die Übung beendet ist und alle den Kaninchenbau wieder verlassen können. 

Während alle anderen den Kaninchenbau wieder verlassen, warten Verena, Jakob, Ben und ich auf Herrn Blanché.
Während wir das tun, denke ich darüber nach, wie viel Angst ich während der Übung hatte, weil ich befürchtet habe, meine Familie nie wiederzusehen und überlege, ob die anderen auch solche Angst hatten.
Aber bevor ich sie fragen kann, kommt schon Herr Blanché und signalisiert uns, ihm zu folgen.
Wir gehen wieder zurück zur Werkhalle und können nun endlich die erste Version des Maschinentauchers vorführen.
Dafür steigt Jakob durch die Öffnung in der Rückseite in das Exoskelett und bedient die Steuerung, um die Öffnung zu schließen.
Dann fängt er an sich zu bewegen und gibt uns mit einem Daumen hoch das Signal, dass die Systeme funktionieren.
Damit ist der erste Test ein Erfolg, was an sich schon eine Seltenheit ist, aber wir sind froh, dass es geklappt hat. 

Herr Blanché setzt an, um etwas zu sagen, aber bevor er es tun kann, klingt sein Handy und nach einem Blick darauf wirkt er sehr erschrocken.
Er entschuldigt sich nur kurz und stürmt aus der Werkhalle. Jakob steigt wieder aus dem Maschinentaucher und fragt verwirrt “Was war das denn?”
Daher, dass wir keine anderen Anweisungen und keine neuen Spezifikationen bekommen haben, die der Anzug noch nicht erfüllt, arbeiten wir einfach daran, die bestehenden Systeme zu warten und wo möglich mit besseren Komponenten zu verbessern. Das tun wir für fast zwei Stunden, bis wir auf unseren PDAs die Nachricht bekommen, zu Herrn Blanché in sein Büro zu kommen.
Dort informiert er uns, dass wir den Maschinentaucher transportbereit machen sollen, weil wir am nächsten Montag mit ihm zur Innovationswerft 1 reisen werden.
Das begründet er damit, dass sich der Zeitplan für das Projekt verengt hat und wir erst einmal keine Zeit mehr haben, um den Maschinentaucher weiter zu entwickeln, bevor er benötigt wird.
Darum sollen wir uns für ein paar Tage in der Innovationswerft 1 vorbereiten.
Nach diesen Informationen dürfen wir wieder gehen und machen uns daran, den Maschinentaucher wieder zusammenzusetzen und ihn transportbereit zu machen, soweit wir selbst können, bevor wir ihn in die Zone für zu verpackende Geräte stellen, damit sich das dafür verantwortliche Personal darum kümmern und ihn verladen kann.
Danach ist erstmal Feierabend und weil heute Freitag war, auch Wochenende.

Zurück in meiner Wohnung mache ich mir etwas zu essen und esse es, bevor ich meine Eltern anrufe, um ihnen von der Notfallübung heute zu erzählen und davon, wie viel Angst ich hatte, sie nicht mehr wiederzusehen.
Übers Wochenende mache ich nichts besonderes, sondern gehe am Samstag einkaufen und spiele ansonsten nur ein bisschen ein virtuelles Realitätsspiel über die Reparatur von Robotern.

Über Feedback, wie was ist noch zu verbessern oder was ist schon gut, würde ich mich freuen.
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